Kunstmarkt

Benefizauktionen – Kunstwerke für den guten Zweck

Kunstauktion für den guten Zweck

Kunstauktion für den guten Zweck

Kunstwerke für einen guten Zweck zu machen, ist mehr als sinnvoll. Verschiedene Benefizauktionen arbeiten stetig daran, mit den Werken renommierter Künstler Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Drei von ihnen sollen im Folgenden vorgestellt werden.

One Fine Day e.V.

2008 war es, als Marie Steinmann-Tykwer und ihr Mann, der bekannte Filmemacher Tom Tykwer, den Verein zur Betreuung von Kunsterziehungsprojekten gegründet haben. In Ostafrika widmet sich der Verein Kindern und Jugendlichen und versucht, ihre Begabungen für Kunst, Musik, Tanz oder Ballett zu fördern. Die Slums von Kenia sind dabei der Hauptschauplatz. Am 10. Februar findet in der Berliner Galerie Comteporary Fine Arts eine Auktion statt, bei der Daniel von Schacky 25 Werke zeitgenössischer Künstler versteigern wird. Unter den kostbaren Schätzen befinden sich Werke von Tacita Dean, Martin Eder, Katja Strunz, Daniel Richter und anderen.

Terre des Femmes

Am 23. Februar lädt der gemeinnützige Verein „Terre des Femmes“ alle Interessierten zu einer großen Benefizauktion ein. Stattfinden wird sie in der Berlinischen Galerie, und das eingenommene Geld wird der Organisation, die von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen hilft, zukommen. Nina Hoss und Roger Willemsen werden gemeinsam mit der Auktionatorin Christiane Gräfin zu Rantzau unter anderem Monika Baers Aquarell „Autobahn“ zu versteigern versuchen, das einen Wert von rund 1 500 Euro hat. Auch Thomas Zipps „Invert“ von 2011 und Klaus Staecks „Die Kunst moderner Kommunikation“ sollen unter den Werken sein.

Welt der Kunst

35 Lose wird der Auktionskatalog des Frankfurter Kunstvereins haben, dessen Auktion bereits am 30. Januar stattfinden wird. Henrik Hanstein von Lempertz wird dann der Mann der Stunde sein und beispielsweise Tilo Baumgärtels „Motivation“ mit einem Wert von 15 000 Euro oder Sven Johnes „Popular Circus Animals“ für rund 10 000 Euro verkaufen.

Bilderrechte: © panthermedia.net/Lorelyn Medina

Richter-Bild versteigert: Rekordpreis

Gerhard Richter ist der wohl bekannteste noch lebende deutsche Künstler. Seine Bilder sind bei vielen Sammlern sehr begehrt und erzielen bei Auktionen regelmäßig hohe Preise. Der Maler, Bildhauer und Fotograf hat nun sogar für einen neuen Rekord bei Sotheby’s gesorgt. Das Londoner Auktionshaus hat das Richter-Werk „Abstraktes Bild“ für eine Rekordsumme von 21,3 Millionen Pfund, also umgerechnet 26,4 Millionen Euro, an einen anonymen Bieter verkauft.

Das Bild stammt dabei aus der privaten Sammlung des Musikers Eric Clapton. Der Gitarrist und Sänger ist ein großer Kunstsammler. Das Bild hat er jedoch nicht aus Geldnot verkauft, denn Clapton gilt als einer der reichsten Musiker Großbritanniens. Sein Vermögen wird auf rund 140 Millionen Pfund geschätzt. Clapton sammelte Geld für seine Entzugsklinik, die er 1998 ins Leben gerufen hatte. Der Musiker hatte selbst Drogenprobleme. Die Tatsache, dass das Bild einen so hohen Preis erzielt hat, hängt wohl auch mit der Popularität seines Verkäufers zusammen. Der eigentliche Schätzpreis des Gemäldes lag bei „lediglich“ neun bis zwölf Millionen Pfund. Doch der Preis des Bildes lässt sich natürlich nicht nur mit der Popularität seines prominenten Vorbesitzers erklären.

Das Gemälde „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter gilt als eines seiner berühmtesten Meisterwerke und entstand im Jahr 1994. Die Chance, ein solches Bild zu ersteigern, veranlasste die Bieter zu einem fünfminütigen Bieterwettkampf, der mit einer Rekordsumme endete. Der zuvor erzielte Höchstpreis für ein Bild von Richter wurde bei einer Auktion in New York erzielt und lag bei stolzen 16 Millionen Euro. Das sind zehn Millionen Euro weniger, als der Käufer für dieses Werk zu zahlen bereit war. Der 80-Jährige Gerhard Richter lebt zurzeit in Köln, und diese Auktion hat wieder zu seinem Ruf beigetragen, der wichtigste und teuerste Künstler der Gegenwart zu sein.

Bilderrechte:

Agentur Niche zeigt Trends auf dem Kunstmarkt

Der Molecule-Man in alt-Treptow: Zu bekannt für die Stadtführungen von "Niche"

Der Molecule-Man in alt-Treptow: Zu bekannt für die Stadtführungen von "Niche"

Dass es in der deutschen Hauptstadt Berlin allerlei Kunst und Kultur zu entdecken gibt, dürfte kein Geheimnis sein. Ein großer Teil der rund 8 Millionen Berlin-Besucher kommt sicherlich wegen der international attraktiven Kunstszene. Doch wo jenseits von großen Institutionen und Museen Kunst entsteht, ist für viele Touristen nicht leicht zu erkennen. Dabei hängen ja gerade in kleineren Galerien meist die interessantesten Werke. Abhilfe im Kunst-Dschungel schafft seit Mai 2009 das Unternehmen “Niche Berlin“. Zwei junge Kunsthistorikerinnen und eine Architektin gründeten damals diese Firma für Stadtführungen der ganz besonderen Art. Mittlerweile sind sechs freie Mitarbeiter dazu gekommen.

Auf den Touren, die individuell zusammen gestellt werden, geht es etwa in einem ehemaligen Einkaufszentrum am Alexanderplatz vorbei. Kein Kunstliebhaber würde von allein auf die Idee kommen, einen Fuß in den hässlichen Bau zu setzen. Doch im ersten Stock gibt es den Kunstraum „LEAPknecht“ mit gewagten Skulpturen und Installationen. In einem unscheinbaren Verlagshaus geht es bis unters Dach, wo neben Dutzenden Büros die Galerie Kraupa-Tuskany mit moderner Kunst aufwartet.

Längst sind die Zeiten vorüber, in denen Galerien immer von der Straße aus einsehbar waren. Schließlich leben Galerien auch weniger von solcher Laufkundschaft, als von Liebhabern, die ganz bewusst passende Galerien aufsuchen. Um als Besucher auch etwas von den neuesten Trends auf dem Berliner Kunstmarkt mitzubekommen, braucht es entweder erfahrene Kunstfreunde in der Stadt – oder eben eine geführte Tour, wie die von Niche Berlin. Fünf verschiedene Sprachen sind im Angebot, bis zu 150 Personen dürfen auf einmal mit. Meist handelt es sich dabei um Firmen oder kleine private Gruppen. In den Sommermonaten gibt es fast jeden Tag eine Tour quer durch die versteckten Galerien Berlins.

© BildPix.de – Fotolia.com

Munchs “Schrei” bringt 120 Millionen Dollar

© panthermedia.net Erwin Wodicka

© panthermedia.net Erwin Wodicka

Edvard Munchs bekanntestes Gemälde „Der Schrei“, wurde von einem norwegischen Sammler zur Versteigerung freigegeben. Schon in Voraus rechnete man im Auktionshaus Sotheby’s in New York mit einer Rekordsumme, die das Meisterwerk erzielen wird, und schätzte den Wert auf etwa 80 Millionen Dollar. Überrascht war man jedoch kaum, als die Versteigerung diese Erwartungen und sogar den bisherigen Rekordhalter Picassos um 13 Millionen Dollar übertraf.

Zwei anonyme Verkäufer lieferten sich während der Auktion ein wahres Bieterduell und brachten das Gemälde so für insgesamt 120 Millionen Dollar unter den Hammer. Der Hammerpreis für Munchs Gemälde betrug 107 Millionen Dollar und ist somit zum ersten Mal über der 100 Millionen Dollar-Grenze für ein Bild der Kunstgeschichte in einer solchen Versteigerung aufgetaucht. Nach Anrechnen des üblichen Aufgeldes in Höhe von 12 Prozent ergab sich dann also der stolze Kaufpreis von knapp 120 Millionen Dollar.

Der Käufer hatte per Telefon an der Auktion teilgenommen und seine Gebote abgegeben. Dabei lieferte man sich mit einem anderen anonymen Bieter am Telefon ein Duell. Anfangs noch schien es, an der geschätzten Grenze von 80 Millionen Dollar käme die Auktion zu einem Ende. Dann jedoch nahm man das Duell weiter auf, durchbrach damit bei 96 Millionen den bisherigen Rekord und ging schließlich noch weiter in die Höhe. Dass es sich dabei um eine wahre Rekordsumme handelt, zeigt die Tatsache, dass in anderen Fällen oft nicht einmal während einer ganzen Auktion mit mehreren Objekten ein solcher Erlös zusammengetragen werden kann.

Bisher war das Gemälde „Der Schrei“ im Besitz eines norwegischen Kaufmanns, dessen Vater einst der Nachbar von Munch gewesen ist und das Bild vor nunmehr 70 Jahren von ihm kaufte. Mit dem Erlös will Petter Olsen ein Munch-Museum errichten, dass zum Anlass des 150. Geburtstag des Malers eröffnet werden soll.

100 Vernissagen in New York

Es ergibt sich ein malerisches Bild – auch in New York. Der Herbst lädt ein, sich auf die Straße zu begeben. Die herabfallenden Blätter der Bäume, die nass-kalte, aber dennoch frische Luft weht durch die Straßen und im Park sieht man die Blätter mit einer Windrose spielen. Es ist allerdings nicht nur die Zeit, in der man sich auf die Straße begibt, um das Farbenspiel der Blätter und der Natur zu beobachten, sondern auch eine Zeit, in der man in die vielen Ausstellungen schreitet, um der Kultur zu frönen.

Trotz der wirtschaftlichen Sorgen der Amerikaner pulsiert in New York zu dieser Zeit das Leben in den unzähligen Vernissagen und Ausstellungen. Die Kunst- und Kultursaison ist eben auch am Big Apple eröffnet worden. Die 100 Galerien der Stadt eröffneten und zeigten wieder mal ihr ganzes Angebot, bei dem wieder alles so war wie jedes Jahr – nur halt ein bisschen anders. Wie jedes Jahr gab es Menschenschlangen vor den Eingängen der Galerien, wie jedes Jahr schenkte man sich den billigen Weißwein in sein wohl-geformtes Glas und wie jedes Jahr fand man dieses Jahr einen Blick auf die Höhepunkte der Kultursaison.

Und so zeigte Thomas Demand in der Galerie Matthew Marks die Ausstellung „Carte d’après Nature“, die auch schon im Nationalmuseum Monacos bestaunt werden konnte. Und so gab es dann auch in New York nostalgische Momentaufnahmen von verschiedenen Künstlern. Ein paar Straßen weiter versammelten sich die Menschen bei Nick Cave, die es ein bisschen lauter mögen. Im Wort „laut“ ist schrill zu sein natürlich mit einbezogen. Er stellte Soundsuit-Aliens aus, die er aus Kuscheltieren, Fellen und anderen Stoffresten anfertigt.

Es würde sicher den Rahmen sprengen, wenn man die unzähligen Werke der Stadt New York auf eine Liste bringen würde – dafür waren es eindeutig zu viele. Zu viele für ein Blatt Papier. Und weil man natürlich in New York war und vor kurzem die New York Fashion Week stattfand, durfte Kunst und Mode und die Mode, die in Kunst zusammenläuft nicht fehlen. Die Menschen jedenfalls waren begeistert und tranken an einem New Yorker Herbsttag ihren Billigwein, der aber keinesfalls stillos wirkte.

Open Art in München

Am 9. September 2011 eröffneten 68 Münchener Galerien die kommende Kunstsaison unter dem Motto „Kunst voll“. Die Aktion „Open Art“ sollte Begeisterung für Kunst wecken und einen leichten Einstieg in die Welt der Malerei, Fotografie, Skulpturen und Installationen gerade für junge Menschen ermöglichen. Mit kostenlosen Shuttle-Taxis für alle Besucher und fachkundigen Führungen vor Ort sollte das auch gut gelungen sein.

Zu sehen waren vor allem Einzelausstellungen von bekannteren Künstlern, die ihre jüngsten Werke präsentierten – dabei dominierte eindeutig die Malerei. Etwa die poppigen, farbenfrohen Bilder des Amerikaners Peter Halley bei Thomas Modern, die surrealen Landschaften des Chinesen Ji Dachun bei Barbara Gross, die feinen Camouflage-Bilder des Türken Ekrem Yalcindag bei Karl Pfefferle, aus Epoxidharz gegossene Werke von Peter Zimmermann bei Max Weber/ Six Friedich, abstrakte Bilder von Christina Chirulescu bei Tanja Pol und konzeptuelle Notizzettel-Kritzeleien vom Wiener Stefan Sander bei Andreas Grimm.

Das Spektakel der „Open Art“, die das gesamte Wochenende über Kunst-Begeisterte aus der ganzen Welt nach Bayern lockte, war aber eindeutig Benjamin Bergmanns Performance bei Nusser & Baumgart, mit der der Münchener wieder an alte Skandal-Auftritte anknüpfte: In einer selbstgebauten Vitrine zündete er 600 Feuerwerkskracher, die Schießpulver-Spuren an der zum Glück standgehaltenen Glasscheibe konnten Besucher dann als Gemälde bewundern.

Doch nicht nur Malerei stand auf dem Programm: Der Bildhauer Stephan Balkenhol zeigte bei Rüdiger Schöttle seine groben und beeindruckenden Holzskulpturen und Reliefe. Der in Berlin lebende Künstler Markus Selg präsentierte seinen neuen Film „Storrada“, Fetisch-Skulpturen und Digital-Prints in der Galerie Christine Mayer. Bei Francoise Heitsch gab es besonders junge zeitgenössische Kunst zu bewundern: Philipp Gufler, Thomas von Poschinger und Björn Wallbaum stellten Installationen, Skulpturen und Fotografien des alltäglichen Beziehungskampfes zur Schau. Die kommende Kunstsaison scheint zumindest im Süden Deutschlands vielversprechend und sehr abwechslunsgreich zu werden!