Drei große Künstler und ihre Frauen
Dass die meisten und größten Künstler der Geschichte einen ausgeprägten Hang zum weiblichen Geschlecht haben, ist keinesfalls neu. Sie wurden von ihren Frauen und Geliebten beeinflusst und inspiriert. Die Frauen waren Musen und standen Portrait. Einer der bekanntesten Frauenhelden mit großem künstlerischen Verständnis war ohne Frage Pablo Picasso: zwei Ehefrauen, zahlreiche Geliebte und großartige Kunst, die heute Millionen wert ist.
Dem inspirierenden Verhältnis von Künstler, ihren Frauen und ihrer Kunst widmet sich nun die Pinakothek der Moderne in München. In der größten und zugleich teuersten Ausstellung des Hauses bringt die Kuratorin Carla Schulz-Hoffman neben Picasso, zwei weitere Ausnahmekünstler des 20. Jahrhunderts in ihre Räume. Auch der amerikanische Maler Willem de Kooning sowie der in Leipzig geborene Max Beckmann waren für ihre Auseinandersetzung mit dem weiblichen Geschlecht bekannt. De Kooning gilt als Begründer des abstrakten Expressionismus, der in seinen Werken Frauenbilder als Körper der Landschaft darstellte und mit der “aggressiven Erotik” seiner Kunst zum Teil kritisiert wurde. Dennoch wurden seine Werke zu Rekordpreisen von bis zu 20 Millionen Dollar versteigert. Zurückhaltender war da Max Beckmann, der bedeutendste Vertreter des deutschen Expressionismus, der vor allem durch den Ersten Weltkrieg geprägt wurde. Seine “Entartete Kunst” wurde während des Nazi-Regimes aus den Museen verbannt, malte dennoch bis zu seinem Tod 1950 etwa 1000 Gemälde.
Die Pinakothek der Moderne hat sich für diese Ausstellung einiges vorgenommen. Auf über 1800 Quadratmetern werden in 14 Sälen über 90 Gemälde der drei Künstler ausgestellt, die in fünf Kapiteln die künstlerische Auseinandersetzung mit ihren Frauen als Urbild, erotische “Femme fatale” und in sich ruhende Geliebte zeigen. Im Fokus steht dabei natürlich Pablo Picasso, der “frauenverschlingender Macho” galt, seine Frauen demütigte und ausnutzte, aber ohne sie niemals so berühmt geworden wäre.