Nackte Münchener zu den Opernfestspielen

© prescott09 - Fotolia.com#38876832

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Nackt sein in der Öffentlichkeit geht eigentlich nicht, vor allem nicht als Mann. Das kann eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses nach sich ziehen, bei den Temperaturen zur Zeit wahrscheinlich auch eine Erkältung. Ganz legal frei machen kann Mann und Frau sich in München am 23. Juni. Dann inszeniert der New Yorker Fotograf Spencer Tunick auf den Plätzen um die bayerische Staatsoper eine Installation der besonderen Art. Zwei-, bis dreitausend Nackte sollen vier Motive aus Wagners „Ring des Nibelungen“ darstellen, zum Beispiel den Atem des Drachen. Da die Inszenierung des Rings von Andreas Kriegenburg in diesem Jahr die Opernfestspiele dominiert, will auch Tunick das Sujet aufgreifen und in seiner Kunst verwerten. Auch Kriegenburg konzentriert sich in seiner Wagner-Interpretation auf Körper, Mimik und Gestik. Gerade deshalb passt Tunicks Installation gut in den Rahmen der Opernfestspiele.

Nacktheit ist allerdings kein neues Thema des Fotografen. Mit der Gegenüberstellung nackter Körper und urbaner Kulissen will Tunick die Vergänglichkeit und Verletzbarkeit des menschlichen Lebens darstellen. So zum Beispiel in Mexiko City, als der Fotograf den Stadtplatz „Zócalo“ mit knapp 18.000 Menschen füllte. Die Körpermassen können so also auch einen Schutz für einzelne darstellen, die sich vielleicht nicht hundertprozentig wohl so ganz ohne Kleider fühlen. In München bietet Tunick außerdem das Auftragen von Körperfarben an. Das könnte einen zusätzlichen Schutz für Schüchterne bieten. In Deutschland ist die FKK-Kultur ja nichts vollkommen neues, deswegen gab es auch auf dem administrativen Weg keine großen Probleme. Vor allem aufgrund des künstlerischen Rahmens des Projekts. Während der Installation sind außerdem keine Schaulustigen zugelassen. Tunick wird ein Video anfertigen, das während des Festspielmonats in München zu sehen ist. Außerdem erhalten die Teilnehmer Abzüge seiner Fotografien. In den USA nimmt man es mit der Freikörperkultur dann doch etwas genauer. Hier wurde Tunick schon sieben Mal festgenommen.     

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