Design

Das Apple-Design

 

Ob in Cafés, in der U-Bahn, auf dem Unicampus oder im Park, überall begegnet man jungen Menschen mit mindestens einem Apple-Produkt in den Händen. IPad, IPhone, Ipod, die Geräte des amerikanischen Computerherstellers sind angesagter denn je. Die Apple-Kunden sind nicht nur Fans der Funktionen dieser Geräte, sondern auch des klassischen dezenten Apple-Designs. Dieses gilt unter Experten als das gegenwärtige Nonplusultra.

Der britische Hausdesigner Apples, Jonathan Ive, hat seinen Designprodukten eine eigene Museumsschau gewidmet.

Einen Großteil seines Erfolges verdankt Apple zweifelsfrei seinem Chefdesigner Ive. Seit dieser im Jahre 1997 die Gestaltung der ersten Apple-PCs, sogenannter Imacs und aller Folgeprodukte übernahm, wurde die Marke Kult. Der abgebissene Apfel, den es auf bereits über 100 verschiedenen Produkten von Apple zu bestaunen gibt, ist nun das Logo der wertvollsten Firma weltweit.

Besonders in der letzten Zeit wurde viel über die Originalität des Designs diskutiert. Jonathan Ive wurde vorgeworfen, sich stark an Elektronikgeräten von Braun aus den 60er Jahren orientiert zu haben. Besonders publik wurden diese Vorwürfe, als im Internet direkte Fotovergleiche zwischen Apple- und alten Braunprodukten kursierten. Einige meinen, Ive habe sich nicht nur inspirieren lassen, sondern er habe das Design geklaut.

Ive gibt zu, die Arbeiten des Chefdesigner vom Elektronikhersteller Braun, Dieter Rams, zu verehren und dass dieser vieles entworfen hat, dass nicht verbessert werden könne, aber er streitet ab geklaut zu haben. Der Rückgriff auf das funktionsorientierte Design des deutschen Herstellers zeigt Ives Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Er verbreitet den Geist der reduzierten und puren Form neu. Frei nach dem Motto der Ulmer Hochschule für Design : Make it simple!


Bang & Olufsen wird protziger

Damals hatten beide Firmen ihre Glanz- und Glückszeiten. Der Fahrzeughersteller Saab ist hin und wieder einmal zahlungsunfähig und steht des Öfteren vor der Insolvenz und der Hifi-Hersteller Bang & Olufsen findet sich in der Versenkung wieder, weil er nicht mehr auf Sachen setzt, die ihn später einmal ausgezeichnet haben. Besonders Bang & Olufsen richtet sein Konzept eher auf Protzen und aufdringliche Eleganz anstatt auf unaufdringliche Hingucker.

Bang & Olufsen konnte sich im Gegensatz zu Saab immer wieder vor dem finanziellen Kollaps retten, auch wenn der schwache Absatz fast dazu geführt hätten, dass der Hifi-Hersteller vom Markt verschwindet. Das Unternehmen, dessen Kreationen es einst in das Museum of Modern Art in New York schaffte, hat schwere Zeiten hinter und auch noch vor sich. Damals schafften es die Produkte ins Museum, weil sie unauffällig zwar im Hintergrund standen und selbst ohne Musik schön anzusehen waren, wirken die Geräte von Bang & Olufsen so, als ob sie den ganzen Raum einnehmen würden. Lautsprecher wirken heutzutage so, als wäre es eine verhunzte Couchgarnitur, die aber dennoch riesengroß im Raum prangt. Manchmal wirkt es so, als wären die Geräte wie ein riesiger Heckspoiler an einem Kleinwagen. Den Leitsatz “Für diejenigen, die Design und Qualität mehr wertschätzen als den Preis”, der das Unternehmen seit 1968 ausgemacht hat, zählt schon lange nicht mehr. Denn seit der Jahrtausendwende entfernte man sich immer mehr vom ursprünglichen Design, schlichte aber dennoch elegante Sachen herzustellen und zu entwerfen.

Bang & Olufsen widerspricht den Designregeln, die es damals eigentlich selber initiiert hat. „Gutes Design ist unaufdringlich“ passte damals sehr gut zum Design von B&O, heute könnte der Spruch „Schlechtes Design ist aufdringlich“ wohl besser passen. Mit minimalistischen Ansätzen überzeugte das Unternehmen damals, heute macht man beim dänischen Hifi-Hersteller eher alles anders und macht lieber etwas mehr, als zu wenig – gewiss dem Motto: „Viel hilft viel!“ Ein Unternehmen jedenfalls schafft es mit schlichtem Design seit Jahren zu überzeugen und bricht einen Verkaufsrekord nach dem anderen: Apple. Bang & Olufsen hat sich von dem Konzept leider verabschiedet.