Open Art

Open Art in München

Am 9. September 2011 eröffneten 68 Münchener Galerien die kommende Kunstsaison unter dem Motto „Kunst voll“. Die Aktion „Open Art“ sollte Begeisterung für Kunst wecken und einen leichten Einstieg in die Welt der Malerei, Fotografie, Skulpturen und Installationen gerade für junge Menschen ermöglichen. Mit kostenlosen Shuttle-Taxis für alle Besucher und fachkundigen Führungen vor Ort sollte das auch gut gelungen sein.

Zu sehen waren vor allem Einzelausstellungen von bekannteren Künstlern, die ihre jüngsten Werke präsentierten – dabei dominierte eindeutig die Malerei. Etwa die poppigen, farbenfrohen Bilder des Amerikaners Peter Halley bei Thomas Modern, die surrealen Landschaften des Chinesen Ji Dachun bei Barbara Gross, die feinen Camouflage-Bilder des Türken Ekrem Yalcindag bei Karl Pfefferle, aus Epoxidharz gegossene Werke von Peter Zimmermann bei Max Weber/ Six Friedich, abstrakte Bilder von Christina Chirulescu bei Tanja Pol und konzeptuelle Notizzettel-Kritzeleien vom Wiener Stefan Sander bei Andreas Grimm.

Das Spektakel der „Open Art“, die das gesamte Wochenende über Kunst-Begeisterte aus der ganzen Welt nach Bayern lockte, war aber eindeutig Benjamin Bergmanns Performance bei Nusser & Baumgart, mit der der Münchener wieder an alte Skandal-Auftritte anknüpfte: In einer selbstgebauten Vitrine zündete er 600 Feuerwerkskracher, die Schießpulver-Spuren an der zum Glück standgehaltenen Glasscheibe konnten Besucher dann als Gemälde bewundern.

Doch nicht nur Malerei stand auf dem Programm: Der Bildhauer Stephan Balkenhol zeigte bei Rüdiger Schöttle seine groben und beeindruckenden Holzskulpturen und Reliefe. Der in Berlin lebende Künstler Markus Selg präsentierte seinen neuen Film „Storrada“, Fetisch-Skulpturen und Digital-Prints in der Galerie Christine Mayer. Bei Francoise Heitsch gab es besonders junge zeitgenössische Kunst zu bewundern: Philipp Gufler, Thomas von Poschinger und Björn Wallbaum stellten Installationen, Skulpturen und Fotografien des alltäglichen Beziehungskampfes zur Schau. Die kommende Kunstsaison scheint zumindest im Süden Deutschlands vielversprechend und sehr abwechslunsgreich zu werden!